Mit Genehmigung zur Veröffentlichung von G. Vogel Shelties vom Stromberger Land

+++ Informationen zum Thema Sterilisation/Kastration +++

 

Zu Tode kastriert
 

Eine kleine Sheltiehündin verstarb nach Kastrations-OP, durch fahrlässigen Tierarztfehler. Namen wurden geändert.

hier der Bericht, der an die Bayerische Landestierärztekammer ging



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten den Fall unserer Hündin bei Ihnen melden.

Joycy wurde am 10.05.2007 geboren.

Wir entschlossen uns, sie kastrieren zu lassen. Wir hatten uns zu einer Kastration vor der ersten Läufigkeit entschieden, bei der die Eierstöcke durch unseren Tierarzt Herrn Dr. Funk entfernt werden sollten. Diese OP erfolgte am 19.09.2007.

Nach der OP teilte uns Herr Funk mit, er habe nur einen Eierstock gefunden. Dies wäre jedoch möglich.
 

Allerdings wurde Joycy dann im Februar 2008 läufig. Herr Funk meinte, dann müsse wohl doch ein zweiter Eierstock da sein. Er operierte den Hund nach und entfernte den zweiten Eierstock im März 2008.

Im November 2008 wurde Joycy erneut läufig. Wir stellten den Hund bei Herrn Funk vor. Er meinte, nun müsse man einen Spezialisten mit Ultraschall suchen, damit eventuell festgestellt werden kann, ob es irgendwo versprengtes Eierstockgewebe gebe. Außerdem sollten wir auch erst mal abwarten, ob das eine richtige Läufigkeit wäre. Joycy war allerdings dann dauerläufig. 

Wir mussten also nochmals operieren lassen. Da wir sehr durcheinander waren, gingen wir nun zu einem anderen Tierarzt, Herr Dr. Hann. Der war auch der Meinung, dass hier zunächst ein Spezialist mit Ultraschall draufschauen sollte. Er überwies uns dann an eine Tierärztliche Fachklinik  am Bodensee (Dr. Hummel / Dr. Jung), und hier speziell an Dr. Jung.

Wir fuhren dann am Freitag, 13.02.09 in diese Tierklinik und Dr. Jung stellte eine Zyste, ca 1 cm groß,  hinter der Niere fest, die herausoperiert werden muss, ebenso empfahl er, die Gebärmutter auch gleich herauszuoperieren, damit hier nicht noch eine Entzündung entstehen könnte. Wir teilten ihm mit, dass der Hund ja schon zweimal operiert worden wäre und Herr Dr. Hann deshalb empfohlen hatte, den Hund in der Tierklinik operieren zu lassen, weil hier eine sehr schonende Narkose möglich wäre.

Wir sprachen deshalb nochmals mit Herrn Dr. Hann und er bestätigte erneut, dass die OP lieber in der Tierklinik stattfinden sollte, die Nachsorge könne er durchführen.  Daraufhin wurde der OP-Termin für den 20.02. am Bodensee mit Herrn Dr. Jung vereinbart.

Joycy wurde am 20.02. operiert und uns nach ca. 1 ¾ Stunden übergeben. Es sei alles ok. Gebärmutter sei entfernt, ebenso die Zyste, außerdem wurde noch eine zusätzliche kleine Zyste gefunden. Dies wurde zu einem Pathologen geschickt, zur Klärung woher die Läufigkeit kam. Er gab uns dann drei Schmerzzäpfchen und 1 Zäpfchen gegen Übelkeit mit. Außerdem hätte sie ein 48-Stunden-Antibiotikum erhalten.

Joycy  wollte nichts fressen und konnte sich nicht lösen. Sie erbrach sich am 20.02. abends und am Samstag, 21.02. morgens. Daraufhin gaben wir ihr das Zäpfchen gegen Übelkeit. Nach ca. 1 Stunde fraß sie dann ein paar Putenschnitzelhäppchen
und  trank etwas Wasser. Beim Gassi gehen konnte eine kleine Menge Kot ausgeschieden werden. Konsistenz normal. Weil sie sich jedoch nachmittags immer noch keinen Urin abgelassen  hatte, telefonierte ich mit Herrn Dr. Hann und informierte ihn auch über die Übelkeit. Er sagte, das sei am 1. Tag nach der OP möglich, wenn allerdings am Sonntag keine Besserung eintreten sollte, müssten wir bei ihm vorbeikommen.


Am Abend gegen ca. 20.00 Uhr erbrach sie alles wieder. Nach einiger Zeit erbrach sie nochmals, allerdings kam hier nur noch gelblicher Schleim.

Am Sonntagmorgen um 9.30 stellten wir sie bei Herrn Dr. Hann vor. Er gab ihr erneut eine Spritze gegen Übelkeit und eine Laserdusche auf den Nierenbereich und Flüssignahrung. Zum Verbandswechsel wurden wir auf Montag, 17.00 Uhr einbestellt.  Ich erwähnte wieder, dass der Hund noch keinen Urin abgegeben hätte.

Am Montag, 23.02. konnte Joycy morgens um ca. 6.30 Uhr etwas durchsichtigen Urin abgeben. Allerdings nur eine geringe Menge  und um ca. 11.00 Uhr nochmals. Fressen und Wasser wurde immer noch verweigert. Wir spritzten ihr dann die Flüssignahrung mit einer Spritze ins Maul. Um ca. 14.00 Uhr hatte Sie Durchfall und zwar wie Wasser, dunkelgelb und nochmals um ca. 16.00 Uhr.

Dann gingen wir um ca. 17.00 Uhr zu Dr. Hann. Er sagte, Durchfall dürfe gar nicht sein. Nun wurde Blut abgenommen und festgestellt, dass die Nieren nicht arbeiten. Daraufhin bekam Sie eine Stunde lang eine Infusion, außerdem eine homöopathische Spritze zur Nierenanregung. Wir sollten am Dienstagmorgen nochmals zur Infusion kommen, damit die Nieren angeregt werden.

Als wir wieder zu Hause waren,  wurde Joycy unruhig. Wir gingen Gassi und sie hatte erneut den wässrigen Durchfall, aber keine Urinabgabe. In unserem Hausgang fiel der Hund dann hin und krampfte. Ich versuchte, Herrn Dr. Hann telefonisch zu erreichen, was nicht möglich war. Deshalb fuhren wir mit dem Hund sofort in die Tierklinik zu Dr. Rommel. Wir informierten ihn so gut wir konnten. Er nahm erneut Blut ab und stellte dann fest, dass die Nieren nur noch zu 10 % funktionieren und dass es dem Hund sehr schlecht geht. Er müsse an den Dauertropf, alles andere würde nichts bringen und ob sie überlebt, kann er nicht garantieren.

Am Dienstag, 24.02. erhielten wir die Information von der Sprechstundenhilfe, dass die Blutwerte etwas besser seien und Herr Dr. Rommel uns noch anrufen würde.

Er rief uns nachmittags an und teilte uns mit, dass der Hund etwas hellen Urin abgeben konnte, allerdings die Harnstoffe noch nicht ausgeschieden werden. Dies müsse in den nächsten 1 bis 2 Tagen erfolgen, sonst würde der Hund vergiftet. Um 18.00 Uhr rief er erneut an, dass der Hund einen dicken Bauch bekommen hätte und er durch Punktierung festgestellt hat, dass Urin im Bauchraum ist. Er müsse den Hund sofort aufmachen.  Ca. 20 Uhr erhielten wir einen erneuten Anruf von Herrn Dr. Rommel mit folgendem Inhalt: Joycy fehlt die rechte Niere. Es seien frische Operationsnarben. Davon wussten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts! Wir sagten ihm, dass lediglich die Gebärmutter und die Zysten operiert werden sollten. Er berichtete, das die linke Niere malträtiert sei, mit einem großen Bluterguß. Bilder von Herrn Dr. Rommel anbei. Der Harnleiter der linken Niere sei mit dem Gebärmutterstumpf abgebunden. Absoluter Anfängerfehler. Die Abbindung des Harnleiterrestes der amputieren Niere habe sich gelöst. Der Hund sei nicht mehr zu retten und muss eingeschläfert werden.

Am Mittwoch wurde mein Mann zu Herrn Dr. Rommel zu einem persönlichen Gespräch gebeten und seine Theorie dargestellt:

Eventuell sei bei der OP etwas schief gelaufen, eventuell die Niere verletzt, was immer passieren kann. Eine OP ist ein Risiko. Auch das Abbinden des Harnleiters könne passieren, allerdings sei dies ein Anfängerfehler. Das allerdings zu uns über die entnommene Niere nichts gesagt wurde könne er als Tierart und Tierschützer überhaupt nicht nachvollziehen.

Unser Hund ist also nach der OP auch vollkommen falsch nachbehandelt worden, da man ja überhaupt nicht wusste, was bei dieser OP geschah.

Wir waren sehr entsetzt und informieren Herrn Dr. Hann darüber, auch er wusste nichts darüber, dass eine Niere entfernt wurde  und sprach mit Herrn Dr. Jung. Dieser rief uns am Mittwochabend an und teilte mir mit, dass die Niere definitiv nicht in der Tierklinik am Bodensee entfernt wurde. Er habe auch mit seinem Kollegen Dr. Hummel telefoniert, der im Urlaub war. Auch dieser habe keine Niere entfernt.

Anschließend gab es einige Telefongespräche, mit Herrn Dr. Rommel, Dr. Hann und nochmals Dr. Jung. Dr. Jung bestreitet, dass die Niere in der Tierklinik am Bodensee entfernt wurde. Allerdings hatte unser Hund bei der Einlieferung dort zwei Nieren. Wir wollten wissen, wer unseren Hund in der Tierklinik am Bodensee operiert habe. Dies hätte Dr. Hummel getan, er wäre zeitweise nur anwesend gewesen, außerdem eine Assistentin. Wir wollten mit dieser Assistentin am Telefon sprechen. Dies war nicht möglich, da sei scheinbar zu Mittag sei. Es wurde auch kein Rückruf angeboten. Er wies uns außerdem darauf hin, dass er von der Ultraschalluntersuchung, die eine Woche vor der OP stattfand,  leider keine Aufzeichnungen auf DVD hat, obwohl er das sonst machen würde. Wir finden das alles sehr merkwürdig.

 

dieser Brief wurde ohne Emotionen geschrieben, aber man kann sich deutlich vorstellen, was in diesem Moment für eine Wut, Trauer und Enttäuschung in dem Schreiber vorging, dessen Familie durch einen ärztlichen Leichtsinnsfehler den geliebten Sheltie verlor, ganz zu schweigen von den furchtbaren Qualen, die dieser Hund erdulden musste.

 

In tiefer Trauer
Familie Armborst

 

Joycy
geboren am 10.05.2007

verstorben am 24.02.2009

     

 

 

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